Ob mit oder ohne HOAI: Controlling (Projektcontrolling und Unternehmenscontrolling)
schafft eine systematische Grundlage für das Planen, Steuern und Bewerten des
wirtschaftlichen Erfolgs sowohl der einzelnen Projekte wie des ganzen Büros. Dazu steht
Architekten und Ingenieuren inzwischen eine ganze Reihe von branchenspezifischen
Software-Lösungen zur Verfügung: Da gibts die wichtigsten Auswertungen und
Kennzahlen zur Unternehmensführung (fast) auf Knopfdruck und vieles mehr. Einige dieser
Programme bieten nicht nur Werkzeuge für das Controlling, sondern darüber hinaus auch
Funktionen zur Verbesserung von Workflows und Büroorganisation.
Zentrale Adressverwaltung und 'Kontaktpflege' (Stichwort: CRM) gehören ebenso
selbstverständlich dazu wie das Management des kompletten Schriftwechsels, von ein- bzw.
ausgehenden Dokumenten und Plänen - völlig unabhängig vom Medium, gleich ob Brief, Fax
oder Email. Terminverwaltung, offene Aufgaben, Wiedervorlage sind inzwischen Standard. Und
wenn das Gesamtkonzept stimmt, wenn die Ausgestaltung der verschiedenen Funktionen, von
Abfragen und Sichten sich an den Erfordernissen des Architekturbüros orientiert, wird aus
dem Stück Software so etwas wie ein Büro-Betriebssystem.
Als Gattungsbezeichnung für solche Programme ist mittlerweile das Kürzel BMSP
gebräuchlich, abgeleitet von "Büro- und Management- Software für Planungsbüros".
Die aktuell verfügbaren BMSP haben wir in der Marktübersicht BMSP Software Programme
aufgelistet.
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Welche Controlling- / Büro-Software passt in Ihr Planungsbüro?
BMSP Checklisten, Entscheidungshilfen, erweiterte Marktübersicht hier abrufen
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Controlling zahlt sich aus
Mit solchen BMSP-Komplettlösungen für Controlling und Büromanagement wird
dann nicht mehr nur den Kosten hinterhergerechnet, sondern hier werden tatsächlich Kosten
vermieden, weil sich zum Beispiel der Aufwand für die so lästigen wie unvermeidbaren
Nebentätigkeiten reduziert. Oder: Die Liquidität eines Büros verbessert durch
konsequente Erfassung und Auswertung der Projektstunden. Mehrstunden durch nachträgliche
Änderungswünsche des Auftraggebers fallen nicht mehr unter den Tisch, sondern werden
nachweisbar und können so überhaupt erst zur Abrechnung kommen. Wenn solche Quellen
erschlossen werden, das berichten Anwender, ist auch für eine zügige Amortisierung der
Investition in das Controlling-System gesorgt.
Nachdem Anfang der neunziger Jahre die ersten dieser Programme auf den
Markt kamen, haben sie zunächst eher ein Nischendasein geführt. Die Nachfrage hat sich
nur langsam entwickelt. Inzwischen aber ist das Thema Controlling und
Organisation auch bei Planungsbüros in. Zumindest einige der Hersteller melden eine
deutlich höhere Nachfrage und steigende Verkaufszahlen. Offensichtlich gilt das Interesse
vor allem den modernen BMSP-Komplettsystemen, die als Unternehmenslösungen das
Projektcontrolling und das Büro-Controlling mit dem Bereich Officemanagement / Büroorganisation verbinden.
PeP-7 Kennzahlen als Standard
Mit den PeP7 Kennzahlen hat sich in den letzten Jahren ein Standard für das Controlling
im Architekturbüro / Ingenieurbüro etabliert, der gewährleisten kann, dass die Anwender verschiedener
BMSP-Programme die wichtigsten Kennzahlen ihrer Büros vergleichen und zu den vorhandenen Branchenkennzahlen
in Bezug setzen können. Welche BMSP Programme Kennzahlen nach PeP-7-Standard ermitteln, ist am
Eintrag PeP7 in der BMSP Marktübersicht ersichtlich oder auf der WebSite der
Initiatoren der PeP-7-Kennzahlen, der PeP - Praxisinitiative erfolgreiches Planungsbüro e.V.
Basel II am Horizont
Ob die mal laut, mal leise geführte Debatte um die unsichere Zukunft der HOAI hier das
Bewusstsein schärft und bei den Planern das Rechnen in eigener Sache populär
macht? Sicher ist, dass über kurz oder lang aus einer ganz anderen Richtung der Druck zur
Einführung von Controlling-Systemen kommen wird: Weil nach der neuen
Eigenkapitalrichtlinie der Banken, gemeinhin bekannt unter dem Stichwort Basel II, die
Bonität eines jeden einzelnen Kreditnehmers bewertet wird, gibt es bei diesem 'Ranking' auch
Pluspunkte für die Nutzung eines Controllingsystems. Oder anders
herum: Wer kein Controlling einsetzt, wird es schwerer haben an Kredite zu
kommen, oder schlechtere Konditionen hinnehmen müssen.
Da heißt es die geforderten betriebswirtschaftlichen Kennzahlen und
Auswertungen parat zu haben. Doch gerade mal 5 Prozent der Planungsbüros, schätzt Dozent
und Unternehmensberater Dr. Dietmar Goldammer, seien derzeit aus dem Stand in der Lage, die
nötigen Zahlen auf den Tisch der Banker zu legen. Goldammer, der sich auch als Autor mit
der Wirtschaftlichkeit im Planungsbüro" befasst, rät deshalb dringend zur
Einführung entsprechender Software. Seine Kriterien: Benutzerfreundliche
Oberfläche, Office-Verwaltung, Zeitmanagement, Werkzeuge für das Bürocontrolling, und
Projektkostenanalyse, jeweils mit Spielraum für individuelle Anpassungen. Außerdem
müssen Steuerungsinstrumente für die Planung, z.B. Frühwarnsysteme angeboten
werden.